Rezension: Lust auf Gemüse I Arthur Potts Dawson

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Gemüse – ich liebe es. Trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl, dass hier zu wenig davon auf dem Tisch steht.

Ein Kochbuch, das den Focus ganz auf Gemüse legt, klingt da natürlich interessant. Das Buch kommt von Arthur Potts Dawson. Kennt Ihr nicht? Nun, ich bislang auch nicht. Wir haben da womöglich etwas verpasst. Arthur Potts Dawson kocht seit immerhin 25 Jahren unter anderem bei Jamie Oliver und Hugh Fearnley-Whittingsstall. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt nachhaltigem Wirtschaften: er ist an einem genossenschaftlich organisierten Non-Profit-Supermarkt beteiligt, was ihm über eine Fernsehserie in Großbritannien etwas Prominenz eingetragen hat. Fernehsehkoch ist er auch. Und um dem ganzen noch einen gewissen Glamour-Faktor hinzuzufügen: Arthur Potts Dawson hat einen berühmten Onkel – Mick Jagger nämlich.

Und jetzt zum Gemüse. Unter dem knallbunten Cover (es ist eine Rote-Bete-Suppe, die da so strahlt) verbirgt sich ein Buch, in dem man gerne blättert: mattes Papier, übersichtliches Layout und schöne Foodfotos, die ohne großes Drumherum das Essen in den Mittelpunkt stellen. Ein Lesebändchen gibt es auch.

Nach einer kurzen Einleitung, die einen Saisonkalender und Tipps für die Vorratskammer bietet, geht es an die Rezepte. Die sind unterteilt nach der Botanik: wird fangen an mit Wurzeln und Knollen, machen weiter mit Zwiebelgemüse, Stielen und Stangen, dann kommen Blätter und Blüten gefolgt von Fruchtgemüsen udn Pilzen sowie Linsen, Bohnen und Schoten. Eine Struktur nach der Menüfolge gibt es nicht – man kann sich gerne selbst überlegen, ob man ein Gericht als Hauptgericht, Vorspeise oder anderes auf den Tisch bringen möchte. Alle Rezepte sind für 4-6 Personen berechnet – und die Portionen sind großzügig. Ich habe eigentlich jedes Rezept halbiert, und wir sind mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern immer gut satt geworden. Was mir auffällt, ist das Arthur Potts Dawson gerne auf Würzmittel wie Fischsauce, Sojasauce oder Sardellen zurückgreift – das kitzelt  das Umami aus dem Gemüse heraus und macht richtig Spaß. In jedem Kapitel gibt es noch kleine Extras: Grundtechniken wie zum Beispiel Püree oder Tomatensauce oder Buffets wie einen Tex-Mex-Grill oder Curry. Zudem sind viele Rezepte mit Variations-Vorschlägen versehen; das vergrößert den Rezept-Schatz gleich nochmal.

Arthur Potts Dawson bleibt nicht beim bekannten stehen: auch ungewöhnliche Gemüsesorten wie Queller, Brennesseln oder Okraschoten bekommen ihren Auftritt. Es dreht sich zwar alles um Gemüse – aber vegetarisch ist das Buch nicht. Fleisch und Fisch haben durchaus ihren Platz.

Trotzdem habe ich etwas zu meckern…nicht alle Rezepte sind hundertprozentig verlässlich…es gibt da durchaus Ausreisser. Über Garzeiten und Flüssigkeitsmengen sollte man manchmal besser selbst nachdenken und sich nicht unbedingt nach dem geschriebenen Wort richten.

schmelzkartoffelnDie Schmelzkartoffeln mit Safran werden mit reichlich Butter, Milch und natürlich Safran gegart. Ein optisches Highlight war das nicht gerade: die Milch, die zum Kochen verwendet wird, ist beim Garen ausgeflockt und die knusprige Kruste hat sich leider nicht auf den Kartoffeln, sondern auf dem Topfboden gebildet :-( . Geschmeckt haben die Kartoffeln aber gut: sie waren schmelzend weich und hatten eine schöne Safrannote.

gefüllte paprikaDerartige Probleme gab es mit den gefüllten Paprikaschoten nicht: die sind ebenso originell wie gemüsig. Es gibt keine der bekannten Füllungen mit Reis oder Hackfeisch – die Füllung besteht aus Tomaten, die klein geschnitten und gewürzt werden. Als Krönung bekommt jede Schote noch ein Sardellenfilet. Das ganze wird im Ofen gebacken und mit frischen Kräutern bestreut serviert. Die Paprika waren toll: leicht und frisch, und die würzige Sardelle gab genau den richtigen Kick. Das Rezept für die Paprika findet Ihr hier.

karotte-ingwerKarotte und Ingwer als Suppe, das ist ein Klassiker. Hier wird die Suppe zusätzlich durch mitgekochten Reis angedickt und mit etwas Chili gewürzt. Am Ende kommt noch ein wenig Milch dazu. Aromatisch war die Suppe klasse, aber sie war mit 1 l Gemüsebrühe auf 1 kg Karotten und 50 gr. Reis eher ein Brei als eine Suppe. Ich habe ordentlich Flüssigkeit nachgegeben, um tatsächlich eine suppenartige Konsistenz zu erhalten.

ochsenschwanz2Ich liebe Ochenschwanz, also war klar, dass ich das Ochsenschwanzragout mit Möhren und Meerrettich versuchen musste. Ich hatte ein wenig Angst davor – denn die Menge Meerrettich, die verwendet wird, ist nicht von schlechten Eltern. Der Meerrettich wird nicht als Gewürz eingesetzt, sondern als Gemüse. Er wird in Würfel geschnitten und mitgegart – und das Ergebnis ist ganz erstaunlich mild. Der Ochsenschwanz zart, die Sauce ein Gedicht, wunderbar. Für das Foto muss ich mich entschuldigen: das Gericht muss 3 Stunden schmoren; mir kam Besuch dazwischen und so war es am Ende stockdunkel, als unser Essen endlich fertig war.

penne mit knoblauch und rosmarinDie Penne mit Knoblauch und Rosmarin sind ein einfaches schnelles Essen: Dafür werden Knoblauch und Rosmarin in der Pfanne gebraten und am Ende kommmen Pinienkerne, Mascarpone und reichlich Parmesan dazu. Das ist wirklich einfach, schmeckt aber nach mehr. Ich weiß gar nicht, wer genau diese Riesenportionen eigentlich verdrückt hat…

rotaloEin wenig Angst hatte ich vor dem Rotalo: dafür wird eine Nudelteigplatte mit zwei Füllungen  – einer aus Pilzen und einer aus Spinat – bestrichen, zu einer Art Strudel aufgerollt und dann, ähnlich wie ein Serviettenknödel, in ein Küchenhandtuch gewickelt und in kochendem Wasser gegart. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das klappen würde. Nun, erfreulicherweise hat es geklappt. Und dann ist die mit Salbeibutter servierte Nudelrolle auch wirklich ein vegetarisches Festessen.

hühnersuppeHühnersuppe kann ich hier immer auf den Tisch bringen. Diese hier wollte mit einer Einlage aus pochierten Schalotten und typisch britischen Klösschen punkten. Die Schalotten waren klasse; sie wurden durch das Pochieren schön süß. Die britischen Klösschen im Eintopf mag ich eigentlich sehr, aber diese hier waren nicht mein Fall: nach Rezept soll der Teig nur aus Mehl, Margarine und Backpulver bestehen. Ich habe mir erlaubt, sie wenigstens zu salzen, aber sie waren immer noch nichtssagend.

kartoffel-artischocken-gratinKartoffelgratin mit Artischocken klingt verlockend. Das Gratin ist ein Basis-Rezept….naja. Kartoffeln werden in grobe Scheiben geschnitten, mit den Artischocken, Sahne und Gemüsebrühe in einer Schüssel vermischt und dann bei 180°C im Ofen gebacken. Nach 45 Minuten soll die Flüssigkeit verkocht und alles schön gratiniert sein, sagt das Rezept. Nun, ich habe nach 45 min auf 200 Grade gestellt und nach einer Stunde den Turbogrill auf 220°C zugeschaltet. Nach 1 1/4 Stunden haben ich das Gratin aus dem Ofen geholt. Wir wollten endlich essen. Die Kartoffeln waren gar, aber von Gratin konnte nicht die Rede sein. Mein Mann schaute auf seinen Teller und sagte: “Oh – Kartoffelsuppe!” Das nächste Mal mache wieder hauchdünne Scheiben und nehme weniger Flüssigkeit…..

So, da waren ja jetzt ein paar Dinge dabei, die mich nicht in Jubel haben ausbrechen lassen. Ich mag das Buch aber dennoch sehr gerne und würde es empfehlen, und zwar einfach deswegen, weil es so eine tolle Inspirationsquelle für den Umgang mit Gemüse ist. Ich werde sicher noch oft darauf zurückgreifen. Das Buch gibt es direkt hier beim Verlag.

Lorbeer hoch 4

Habt Ihr ein Gewürz, das in der Küche auf gar keinen Fall fehlen darf? Ich frage das, weil Petra von Obers trifft Sahne gerne wissen möchte, wie wir würzen. Eigentlich wollte ich zu diesem Anlaß ein wenig Regenbogenpresse spielen und Euch meine Gewürzschublade zeigen. Womöglich sogar erst in jetzigem, danach in aufgeräumten Zustand :-) . Wie das so ist, mir ist was dazwischen gekommen. Und dann fiel mein Blick auf den Lorbeerbusch im Garten und mir wurde bewußt, wie wichtig die grünen Blätter in meiner Küche sind.

Ich verwende ständig Lorbeer – in Suppen, Saucen, Eintöpfen .oder Gemüsegerichten. Ich lege ein Lorbeerblatt dazu, wenn ich Kartoffeln koche oder Reis. Es gibt auch Lorbeer in süß – in der (unverbloggten) Heidelbeermarmelade, zum Beispiel. Ich finde einfach, dass das warm-würzige Aroma mit der leichten Bitternote zu ganz vielen Sachen passt und prima dazu geeignet ist, einem Gericht den letzten Kick zu geben. Der Lorbeer braucht ein wenig Zeit, bis er sein Aroma mit uns teilt, deshalb landet er hier auch in Gerichten, die etwas länger garen müssen.

Wobei, es gibt Abkürzungen: einmal habe ich mir aus dem Urlaub Lorbeersalz mitgebracht. Und obwohl ich Gewürzmischungen nur selten verwende – diese hier war ganz schnell aufgebraucht. Da hilft nur eines: selbst nachbauen. Und weil ich gerade drüber war, habe ich noch Salz und Öl gemacht. Auch damit kann man rasch noch etwas Lorbeer-Pep an seine Gerichte bringen.

Für das Lorbeersalz mischt man grobes Meersalz und Lorbeerblätter 1:1 (also pro Esslöffel Meersalz 1 Lorbeerblatt) und mixt alles zusammen fein.

Der Lorbeerpfeffer kommt in die Mühle: pro 50 gr. Pfeffer krümelt man ein getrocknetes Lorbeerblatt dazu.

Für das Lorbeeröl rechne ich pro 100 ml Öl 2 Lorbeerblätter: das Öl zusammen mit den Lorbeerblättern in einen Topf geben und erwärmen. Von der Hitze nehmen und ca. 8 h durchziehen lassen, die Lorbeerblätter herausnehmen und das Öl in ein Fläschchen füllen.

hühnchengeschnetzeltes mit lorbeer

So, nun zum Hühnchen: ich finde, das intensive Lorbeer-Aroma passt gut zu Hühnerbrust, die ja gerne etwas langweilig daherkommt.  Also habe ich die beiden mal zusammengebracht. Zusammen mit Piment, Weißwein, Schalotten und rosa Pfefferbeeren (auch so ein Liebling :-) ) habe ich ein Geschnetzeltes gebastelt – da bekommt das Huhn Schwung, bitte sehr. Das Rezept ist für 4 Personen.

  • 2 Hühnchenbrüste
  • 3 EL Lorbeeröl
  • 1/2 TL Piment
  • 1/2 TL Lorbeersalz
  • etwas Butterschmalz zum Braten
  • 300 gr.Steinpilze
  • 1 Schalotte
  • 100 ml Weißwein
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 100 gr. Crème fraîche
  • Salz
  • Rosa Pfefferbeeren

Zunächst das Fleisch in feine Streifen schneiden und in eine Schüssel geben. Lorbeeröl, Piment und Lorbeersalz verquirlen und über das Hühnchen gießen. Alles gut vermischen, damit die Hühnchenstücke mit der Marinade überzogen werden. Abdecken und mindestens 1 h durchziehen lassen.

Die Pilze putzen und in Stücke schneiden, die ungefähr so groß sind wie die Hühnchenstücke. Die Schalotte schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden.

Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen; das Fleisch darin, wenn nötig portionsweise, anbraten, bis es aussen appetitlich braun ist. Fleisch herausnehmen und beiseite stellen.

Nun die Pilze anbraten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist; dann ebenfalls herausnehmen und beiseite stellen.

Im Bratfett nun die Schalotten glasig andünsten. Mit Weißwein ablöschen und das Ganze kurz einreduzieren lassen, dann die Brühe angießen. Die Sauce ca. 5 min offen köcheln lassen, bis etwas Flüssigkeit verkocht und die Sauce sämig ist. Dann die Crème fraîche einrühren, Pilze und Fleisch in die Sauce geben. Alles behutsam erhitzen und das Fleisch in der Sauce noch ca. 2 min garziehen lassen. Mit Salz abschmecken.

Rosa Pfeffer grob mörsern und über das Geschnetzelte geben.

Dazu passt Basmatireis – und ich finde, auch dem schadet es nicht, wenn man ein Lorbeerblatt ins Kochwasser gibt.

Chouquettes

chouquettes

Auf Wunsch einer gewissen Person gibt es heute was Süßes für das Wochenende :-)  – nämlich die Chouquettes aus “Le Petit Paris“* Der Wunsch ist verständlich, denn die kleinen Bällchen sind mehr als nur lecker.

Im Grunde sind es kleine Windbeutelchen ohne Füllung, dafür aber mit Hagelzucker bestreut. Recht schnell hergestellt….und, um ehrlich zu sein, auch recht schnell gegessen. Zwei kleine Kniffe gibt es, die die Beutelchen besonders machen: zum einen das Bestäuben mit Puderzucker vor dem Backen, der dann schön karamellisiert. Und dann der Hagelzucker: der behält Form und Biss und macht die Bällchen unwiderstehlich.

Für ca. 50 Bällchen:

  • 120 ml Milch
  • 120 ml Wasser
  • 100 gr. Butter
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 140 gr. Weizenmehl 405
  • 5 Eier
  • Puderzucker
  • ca. 100 gr. Hagelzucker

Die Butter in Würfel schneiden. Die Eier aufschlagen und mit einer Gabel verquirlen. Ofen auf 190°C vorheizen.

Milch und Wasser in einen Topf geben und zusammen mit Butter, Salz und Zucker erhitzen. Wenn das Wasser kocht und die Butter geschmolzen ist, den Topf von der Hitze nehmen.

Das Mehl mit einem Schwung in den Topf schütten. Dann alles mit einem Kochlöffel kräftig durchrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist, der sich vom Topfrand löst. Den Topf wieder auf die Herdplatte geben und den Teig bei schwacher Hitze noch etwas weiter rühren; er dickt dabei noch weiter an und verliert etwas Feuchtigkeit.

Topf vom Herd nehmen und den Teig etwas abkühlen lassen. Nun die Eier einarbeiten: Dabei ein Ei nach dem anderen in den Teig rühren. Das nächste Ei immer erst dann einarbeiten, wenn das vorhergehende komplett aufgenommen wurde. Der Teig soll am Ende vollkommen glatt und geschmeidig sein.

Nun den Teig in einen Spritzbeutel füllen. Wir brauchen eine glatte Tülle von ca. 1 cm Durchmesser. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Jeweils  2,5 cm große Kreise auf das Blech spritzen, diese mit Puderzucker bestäuben, mit Hagelzucker bestreuen und nochmals mit Puderzucker bestreuen. In 10-12 min goldbraun backen. Ich mache das portionsweise; wenn ein Blech fertig ist, kommt das nächste dran.

Chouquettes zum Abkühlen auf ein Kuchengitter legen. Sie schmecken frisch am besten.

Würziges Linsenragout mit Merguez und Seelachs

linsenragout mit merguez und seelachs

Das ist wirkliches Comfort-Food.Ein würziges Linsenragout mit Tomate und Merguez, das ist alleine schon ein schönes Essen an einem eher merkwürdigen Herbsttag. Das Stückchen Fisch darauf ist das Tüpfelchen auf dem “I”. Ein Stück Brot dazu, ein kleiner Salat…dann kann ich so einige Unbill beiseite schieben. Arbeitsintensiv ist das ganze auch nicht grade….die Linsen müssen eine Zeitlang köcheln, aber das tun sie ja eigenverantwortlich :-) .

Tony Singh, von dem das Rezept* stammt, ist so ein richtiger Spezialist für fix hergestelltes Seelenfutter. Er verwendet Knurrhahns-Filets. Er schreibt, dass dieser Fisch in Großbritannien sehr unbeliebt und daher preisgünstig sein….bei mir musste Seelachs als Topping für das Ragout herhalten. Beliebt und preisgünstig, das könnte auch passen, oder?

Für 4 Personen:

  • 3 EL Pflanzenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • 2 Lorbeerblätter
  • einige Zweige Thymian
  • 200 gr. Merguez
  • 200 gr. braune Linsen
  • 1 Dose Tomaten (400 gr.)
  • ca. 350 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Rotwein
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL gehackte Blättchen scharfes Basilikum
  • 3 EL glatte Petersilie, gehackt

Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch abziehen und fein hacken. Karotte schälen und in feine Scheiben schneiden. Selleriestange ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Merguez in kleine Stücke schneiden.

Etwas Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten, dann Karotte, Sellerie, Lorbeerblätter, Thymian und die Würstchen zugeben und für 5 min anrösten.

Nun die Linsen, Tomaten, 350 ml Gemüsebrühe und Wein zugeben und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Kochen bringen, Deckel auflegen und bei geringer Hitze ca. 1 h simmern lassen, bis die Linsen weich sind. Ab und zu mal nachschauen – wenn das Ganze zu trocken wird, etwas mehr Brühe zugeben.

Wenn die Linsen fast gar sind, das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen. Den Fisch darin von beiden Seiten kurz anbraten, dann salzen und beiseite stellen.

Wenn die Linsen gegart sind, die Kräuter einrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fischfilets auf die Linsen legen und mit geschlossenem Deckel nochmal 5 min durchziehen lassen.

Mandalay-Nudeln mit Hühnchencurry

mandalay-nudeln

….ein glutenfreies Essen aus Burma :-)

So, diesmal schaffe ich es mitzumachen beim Event “Blog den Suchbegriff” von Steffen und Kitty Wu. Die erste Runde hat so viel Spaß gemacht, dass der Ruf nach einer zweiten laut wurde.

Ich habe  mich mal durch die Suchbegriff-Highlights meiner Statistik gewühlt. Kostproben gefällig? “Komplizierte Remouladensauce”….hm, ich mache es mir ja gerne einfach. “Zelturlaub mit David 2013″ – David war jedenfalls nicht mit uns unterwegs. Glaube ich. “Buch Baguette a la Susanne” – am Baguette arbeite ich noch.  Von einem Buch kann da nicht die Rede sein. Zu “Freekeh kaufen in der Schweiz” kann ich leider nichts beitragen. Ich habe auch keine Ahnung, ob sich zwei Ameisenstämme vertragen. Mein Liebling ist ja “Was kommt heraus, wenn man ein Huhn und eine blinde Ziege kreuzt”, bloß fällt mir dazu partout kein Rezept ein. Ich kann Euch auch nicht sagen, in welchem Ort die Bäckerei von Lutz Geissler ist – aber das Geschäft würde bestimmt boomen. Auch bei “Ich möchte Angelhefe aus China kaufen” bin ich keine Hilfe….weil ich doch nicht mal weiß, was Angelhefe ist. Navis übrigens werden überschätzt, wie die Suche “Navi, zeige mir, wie man Fleischbällchen macht für Suppe” zeigt. Aber immerhin – zum Thema “Glutenfrei Leben in Burma”, da kann ich was beitragen – nämlich dieses Rezept: ein mildes Hühnercurry, serviert auf Reisnudeln.

Wobei an dieser Stelle ein kleines Geständnis fällig ist…..ich habe das Original von Naomi Duguid* ein wenig vereinfacht; und zwar an der Stelle, an der es um die Toppings und Beilagen geht. Die Auswahl ist bei ihr reichhaltiger. So kann man optional auch noch Fischbällchen in der verbleibenden Hühnerbrühe anbieten – und noch einiges andere. So viel hätten wir gar nicht verputzen können.

Für 4 Personen:

Für die Brühe:

  • 1 Huhn
  • 2 l Wasser
  • 2 Scheiben Ingwer
  • 2 Schalotten 
  • 2 Zehen Knoblauch

Für das Curry:

  • Erdnussöl zum Braten
  • 1/4 TL Kurkuma
  • 2 Schalotten
  • 2 EL Fischsauce
  • ca. 250 ml von der Hühnerbrühe
  • 2 EL Fischsauce
  • Salz
  • Chiliflocken nach Geschmack und Konstitution
  • 400 gr. Reisnudeln

Toppings:

  • 2 Schalotten
  • 2 Eier
  • 1 Limette
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 3 EL Cashewkerne

Zuerst die Brühe vorbereiten: dafür das Hühnchen entbeinen und das Fleisch von den Knochen lösen. Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden und kühl stellen.

Schalotten schälen und vierteln, Knoblauch schälen und andrücken.

Karkasse des Huhns zusammen mit Knoblauch, Schalotten und Ingwer in einen Topf geben, Wasser angießen, alles zum Kochen bringen, eine Stunde köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.

Während die Brühe kocht, die Toppings vorbereiten. Dafür die Schalotten schälen, in Ringe schneiden und in Öl knusprig ausbraten. Die Eier hart kochen, dann kalt abspülen, schälen und in Scheiben schneiden.

Die Cashews hacken und in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.

 Die Brühe durch ein Sieb abgießen.

Für das Curry Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Öl in einem Wok oder einer weiten Pfanne erhitzen und das Kurkuma einrühren. Schalotten und Knoblauch zugeben und glasig dünsten. Hühnerfleisch zugeben und unter Rühren anbraten, bis es die Farbe wechselt. Dann Brühe und Fischsauce zugeben, alles zum Kochen bringen und ca. 15 min köcheln lassen, bis das Hühnchen gar ist. Mit Salz und Chiliflocken abschmecken.

Inzwischen die Reisnudeln in reichlich Wasser nach Packungsanleitung gar kochen.

Zum Servieren die Nudeln in Essschalen verteilen und das Curry darüber schöpfen. Nach Wunsch mit Cashews, Frühlingszwiebelringen, gebratenen Schalotten und Ei dekorieren. Wer mag, gibt auch noch etwas erhitzte Hühnerbrühe daran und genießt das Ganze als Suppe.

Le Petit Paris I Fingerfood auf Französisch – Nathalie Benezet. Und dazu etwas Proviant

Cover "Le Petit Paris"

Wenn ich Fernweh habe, dann bezieht sich das oft genug auf Frankreich. Kochen hilft da ein wenig. So ähnich ging es wohl auch Nathalie Benezet, der Autorin des Buches, von dem ich Euch heute erzähle. Bei ihr allerdings war Heimweh der Antrieb: aufgewachsen in einer französischen Gastronomenfamilie, zog sie nach London. Das heimische Essen vermisste sie dort sehr und versuchte, sich durch Kochen ein Stück Frankreich nach London zu holen. Für dieses Buch hat sie ihre Vorliebe für Fingerfood mit der Liebe zu heimatlichen Gerichten verknüpft.

Das Buch ist sehr hübsch aufgemacht; es macht Spaß, darin zu blättern. Das Layout ist schön übersichtlich und die Fotos liebevoll gestaltet. Mir gefällt, dass die Gerichte zwar hübsch fotografiert, aber dennoch realistisch sind – so kann auch Essen aussehen, das man zuhause kocht. Immer wieder wird mit kleinen Details und Requisiten ein wenig Pariser Flair herbeigezaubert: sei es der typische Marmeladendeckel, der kleine Eiffelturm im Hintergrund, der Stadtplan von Paris oder die französische Zeitung als Unterlage.

Die Rezepte sind in zwei einfache Kategorien unterteilt: es gibt “Salzig” und “Süß”. Wer großartige Neuerungen erwartet, wäre wohl eher enttäuscht, denn hier weden tatsächlich Klassiker präsentiert. Nett abgewandelt und in kleinen Portionen landen sie auf unserem Tisch. So gibt es im salzigen Teil zum Beispiel Eier mit Mayonnaise, es gibt ein Camembert-Fondue, für das der Camembert mitsamt seiner Holzschachtel zum Schmelzen in den Ofen gestellt wird, wir bekommen Tatar in kleinen Häppchen, Salade Niçoise, als Fingerfood auf Salatherzen angerichtet, Gratin Dauphinois im Mini-Format, Pissaladière als kleine Törtchen…..und vieles mehr. Bei den süßen Sachen gibt es kleine Schokoladenkuchen, Madeleines, wir naschen Mousse au Chocolat aus kleinen Gläschen oder Crème Brûlée in Löffelgröße, machen Schokotrüffel mit Grand Marnier oder Schokoladen-Eclairs.

Die Rezepte sind klasse – sie sind gut strukturiert und funktionieren ohne Wenn und Aber. Die Zutaten sind überall ohne weiteres erhältlich. Dennoch eine kleine Warnung: wer nach diesem Buch kochen möchte, der tut gut daran, seine Vorräte an Butter, Käse, Crème double und Schokolade erst mal gründlich aufzustocken. Hier wird geschlemmt – aber dafür sind ja die Häppchen klein.

käsebällchenWer hier öfter mal reinschaut, den wird nicht verwundern, dass ich als erstes die herzhaften Käsebällchen probiert habe. Eigentlich sind das Gougères: Brandteig mit Käse drin und etwas Käse drauf. Und sie waren klasse: üppig, weich und luftig.

käsestangenEinfache Käsestangen aus Blätterteig gibt es hier öfter mal. Nach Nathalie Benezet fallen sie etwas üppiger aus, als ich sie sonst immer mache: Der Blätterteig wird geteilt. Auf die eine Hälfte kommt eine großzügige Portion Käse, die zweite Hälfte wird darauf gelegt. Anschließend schneidet man alles zu Stangen und verdreht die gegeneinander. Üppiger als meine bisherige Herangehensweise – aber auch besser.

crepesPfannkuchen mache ich recht oft; ich habe ja nicht umsonst Kinder. Ich muss aber gestehen, dass ich an den hauchdünnnen französischen Crêpes schon oft genug gescheitert bin. Nun, nach diesem Rezept hat alles wunderbar geklappt. Oder lag es doch an der neu angeschafften Crêpes-Pfanne? Wie auch immer, in Zukunft gibt es öfter Crêpes im Hause magentratzerl.

chouquettesChouquettes sind kleine, ungefüllte Windbeutelchen, die zum Backen mit Hagelzucker bestreut werden. Sie sind innen wunderbar luftig, außen aber karamellisiert der Zucker und sorgt für eine knusprige Kruste. Die Portion, die ich hergestellt habe, wurde mir von einer marodierenden Kinderbande geradezu aus den Händen gerissen. Mein Mann und ich hatten nur die Chance auf eine kleine Probierportion. Beim nächsten Mal werde ich ein paar mehr für uns in Sicherheit bringen.

nudelauflaufDie Käsemakkaroni, in kleinen Förmchen als Vorspeise serviert, sind eine üppige Schlemmerei: die Sauce basiert nämlich nicht auf einer Bechamel, sondern aus Crème fraîche und Crème double – zwei Sorten Käse dürfen auch noch mitspielen. Nicht ohne – aber schnell gemacht, hübsch serviert und sehr fein. Wir haben das ganze mit etwas Salat als Hauptgericht gegessen.

quichettesDie Quichettes sind im Prinzip Quiches Lorraine in Häppchenform – aber ohne Boden. Ich habe sie in kleinen Muffinförmchen gebacken und zu einer Wanderung mitgenommen; das war klasse. In noch kleinerer Form sind die Quichettes bestimmt auch schön auf einem Buffett oder zum Apéritif.

+

financièresFinancières wollte ich schon lange backen; allein, mir fehlte die passende Backform: es handelt sich nämlich um Mandelküchlein in Form von kleinen Goldbarren. Beim letzten Abstecher nach Frankreich wanderte eine passende Form in meinen Einkaufswagen – zum Glück, denn die Financières sind toll: weiche, mandelduftende Küchlein. Übrigens auch gut zur Eiweißverwertung geeignet.

croquesCroque Monsieur, das überbackene Schinkensandwich mit der Bechamelfüllung, kann ich hier jederzeit auf den Tisch stellen. Es findet immer Abnehmer. Nathalie Benezet schneidet die überbackenen Sandwiches nicht nur in mundgerechte Happen, sie hat auch einen besonderen Dreh: ich war etwas irritiert darüber, dass der geriebene Käse, der zum Überbacken benutzt wird,  mit Ei und Milch eingeweicht wird. Die Flüssigkeit gießt man dann ab und benutzt den Rest zum Überbacken. Das kam mir erst mal verschwenderisch vor. Aber nun weiß ich, dass es einen Sinn hat: der Käse wird beim Überbacken nämlich so zu einer herrlich luftigen Haube.

Mein Fazit fällt positiv aus: wer französische Leckereien zu schätzen weiß und sich mit kleinen Häppchen ein wenig Frankreich in seine Küche holen möchte, der ist mit diesem Buch gut bedient. Kaufen kann man “Le petit Paris” direkt hier bei der Edition Michael Fischer.

Eigentlich sollte ich Euch an dieser Stelle die Financières vorstellen, denn sie haben mich am nachhaltigsten beeindruckt. Da man dafür aber eine spezielle Form braucht, nehmen wir mit den Quichettes vorlieb – auch die waren toll :-)

quichettes

Es handelt sich um Quiche Lorraine ohne Boden – saftig, herzhaft und üppig. Nathalie Benezet backt die Küchlein in Mini-Muffinformen; solche habe ich nicht. Ich habe normale Muffinförmchen benutzt.Für eine vegetarische Variante schlägt die Autorin eine Füllung aus gebratenen Paprikaschoten und Pilzen vor.

Für 12 bzw. 18 Stück:

  • 300 gr. durchwachsener Speck
  • 3 Eigelb
  • 3 ganze Eier
  • 250 ml Crème double
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 100 gr. Gruyère

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Die Mulden einer Muffinform oder einer Mini-Muffinform mit Papierkapseln auslegen.

Den Speck in feine Würfel schneiden. Den Käse reiben.

Den Speck in einer Pfanne bei mittlerer Hitze knusprig braten. Dann auf Küchenpapier abtropfen lassen und zum Abkühlen beiseite stellen.

Eier und Eigelb in einer Schüssel verquirlen. Crème doubel unterrühren, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Speck in den Förmchen verteilen, die Sahnemischung darüber gießen. Die Quichettes jeweils mit etwas geriebenem Gruyère bestreuen und im heißem Ofen ca. 15 (Mini-Muffinform) bzw. 25 min (Muffinform) backen.