Fast Food: Garnelencurry mit Mango

garnelencurry mit mango

Zur Zeit sind wir hier nur am Herumhetzen – die alljährliche Hektik vor den Sommerferien. Es ist jedes Jahr dasselbe – und trotzdem bin ich jedes Jahr wieder überrascht, wieviele unterschiedliche Veranstaltungen in eine Woche passen.

Wenn man dann abends ermattet zur Hautüre hereinstolpert, dann wäre etwas zu Essen recht. Aber was Schnelles bitte. Glücklicherweise muss man dazu nicht das Etablissement mit dem goldenen M aufsuchen und auch der Pizzadienst kann sein Geschäft mit jemand anderem machen. Denn es gibt Gerichte, die im Handumdrehen auf dem Tisch stehen und die trotzdem nicht nur den Magen füllen, sondern auch ausbalanciert sind und schmecken. Nach einem hektischen Tag tut so etwas besonders gut, finde ich.

So ist es mit  diesem Curry hier. Es stammt nicht etwa aus Thailand, sondern von der unnachahmlichen Nigella Lawson. Im Original handelt es sich um ein rotes Curry, aber naja, die Notfalldose Currypaste in meinem Kühlschrank entpuppte sich wider Erwarten als die grüne Variante. Tant pis. Das Curry steht tatsächlich schnell auf dem Tisch und das Rezept ist unglaublich einfach. Das Aroma bringt einen nach einem langen Tag wieder auf die Beine: die gesunde Schärfe wird durch die süße Mango perfekt ausbalanciert. Das Gericht ist ein wenig suppig und schreit nach Reis als Beilage.

Für 3-4 Personen:

  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 1/2 EL grüne Thai-Currypaste
  • 200 ml Kokosmilch
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 2 TL Fischsauce
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 Mango
  • 250 gr. Riesengarnelen
  • 1 TL Limettensaft
  • 1 Mango
  • gehacktes Koriandergrün zum Fertigstellen

Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden; ebenso die Mango.

Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Frühlingszwiebelringe darin kurz andünsten, dann die Currypaste zugeben und unter Rühren kurz mitbraten.

Kokosmilch, Hühnerbrühe und Fischsauce zugeben und alles aufkochen lassen.

Süßkartoffelwürfel in die Sauce geben, Deckel auflegen und alles 15 min köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln gegart sind.

Die Garnelen zugeben und das Curry einmal aufwallen lassen, damit die Garnelen gegart werden. Dann Mangowürfel und Limettensaft einrühren. Alles noch eine Minute erhitzen – und fertig.

Zum Servieren mit Koriandergrün bestreuen.

Ed Browns Kohl-Lasagne

kohl-lasagne

Ich hatte Euch ja Lasagne versprochen. Bitteschön, hier ist sie also.

Der Grundgedanke ist geradezu erschreckend einfach: Kohlblätter werden abwechselnd mit Tomatensauce und Käse in eine Auflaufform geschichtet und überbacken. Überraschend einfach, und überraschend gut….wie so vieles, was Ed Brown* uns auftischt.

Das Rezept ist eine Art Grundrezept: Kohl braucht man, klar. Aber Tomatensauce und Käse sind wandelbar, da könnt Ihr nehmen, was Euch behagt. Statt einer gekochten Sauce kann man auch frische Tomaten verwenden, die man in Scheiben schneidet und mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Balsamico würzt.

Ich habe meine allerliebste Standard-Tomatensauce benutzt. Ich koche sie auf Vorrat und habe immer ein paar Gläser davon im Vorratskeller stehen. Die Sauce ist eines meiner allerliebsten Küchenhelferlein. Ihr Clou ist die Würzung….es ist Curry drin und Piment. Ich koche die Sauce außerdem lange ein; so wird sie schön sämig. Macht sich auch sehr gut auf Pizza. Das Rezept ist aus einem Buch, das ich sehr schätze: “Meine Sonnenküche“* von Virginie Besançon. Wer näheres über das Buch wissen möchte, hier bei Claudia gibt es eine schöne Rezension.

Los geht es. Das Rezept reicht für 4-6 Personen:

Für die Lasagne:

  • 1 kleiner Kopf Weißkohl (ca. 750 gr.); ich hatte Spitzkohl
  • 2 l Wasser
  • 1 TL Salz
  • 500 ml Tomatensauce (Rezept unten)
  • 200 gr. gut schmelzender Käse – was der Vorrat hergibt….
  • 5 EL frisch geriebener Parmesan
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Thymianblättchen zum Dekorieren

Für die Tomatensauce: (Lieber Che Foodzeit…hier ist Dein Rezept :-) )

  • 1 kg vollreife, aromatische Tomaten (in schlechten Zeiten dann halt gute Dosentomaten…)
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 weiße Zwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • einige Blättchen Oregano
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 TL Currypulver
  • 1 gute Prise Piment
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL Zucker

Zuerst machen wir die Tomatensauce. Dafür  Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Oreganoblättchen ebenfalls hacken.

Die Tomaten am unteren Ende kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser übergießen, ganz kurz ziehen lassen, dann abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Tomaten schälen und würfeln, dabei den Stielansatz herausschneiden.

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch darin glasig andünsten. Tomaten, Oregano, Lorbeer, Thymian, Curry, Piment und Zucker zugeben und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Sauce bedeckt ca. 45 min köcheln lassen. Sie sollte etwas eingedickt und sämig sein. Harte Kräuterstängel herausfischen, dann die Sauce mit dem Stabmixer pürieren.

500 ml der Sauce brauchen wir für die Lasagne. Den Rest kann man in sterilisierte Gläser füllen und aufheben.

So, jetzt zur Lasagne.

Dafür den Ofen auf 190°C vorheizen und eine Auflaufform (ca. 25×35 cm) mit Olivenöl auspinseln. Den Käse reiben.

Ca. 2 l Wasser zum Kochen bringen. Aus dem Kohl den Strunk herausschneiden und die einzelnen Blätter ablösen. Wenn das zu schwer geht, den Kohlkopf kurz in das kochende Wasser legen, dann abtropfen lassen und die Blätter lösen. Wenn die Blätter abgelöst sind, das Wasser salzen und die Kohlblätter portionsweise ca. 1 min blanchieren. Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser holen und gründlich abtropfen lassen.

Jetzt zum Zusammenbauen: Dafür die Form mit einer Schicht Kohl auslegen. Darauf ca. 1/3 der Tomatensauce verteilen, dann mit ca. 1/4 des geriebenen Käses bestreuen. Diese Schichtung aus Kohl, Tomatensauce und Käse wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Die letzte Schicht mit frsich gemahlenem Pfeffer würzen, dann mit Parmesan bestreuen.

Die Lasagne im heißen Ofen ca. 30 min backen, bis die Tomatensauce an den Seiten hochblubbert und der Käse goldbraun ist.

Zum Servieren mit den Thymianblättchen bestreuen.

Rezension: Edward Espe Brown – Das Lächeln der Radieschen

radieschen

Wenn jemand ein Radieschen zur Hand nehmen kann und davon entzückt ist, bildet das eine Grundlage für unzählige Gerichte. Das Entzücken pflanzt sich durch Radieschen und Menschen gleichermaßen fort, läßt die Dinge für sich selbst sprechen, bringt sie vielleicht sogar zum Singen und lockt das Beste aus ihnen hervor. Ein Radieschen tritt auf, verkündet strahlend seine Radieschenhaftigkeit und alle profitieren davon.

Eine Rezension – aber nicht von einem ganz druckfrischen Buch, sondern von einem älteren. Es wohnt seit langer Zeit in meinem Bücherregal, und immer wieder mal ziehe ich es hervor und schmökere darin. Nicht nur wegen der Rezepte – auch wegen der Geschichten und Weisheiten, die man da so findet.

Ed Brown ist an so manchem schuld, was meine verlängerten Aufenthalte in der Küche angeht. Wer also ist dieser Mann überhaupt? Ed Brown  ist ein amerikanischer Zen-Priester; er fing 1965 mit der Zen-Meditiation an. Und mit dem Kochen. Er kam nämlich als Schüler ins Tassajara Zen Center und wurde vom Chef erstmal in die Küche gesteckt. Als Tellerwäscher fing er an – und wurde recht schnell Chefkoch. “Das Lächeln der Radieschen” ist nicht sein erstes Buch – aber mein liebstes von ihm.

Wir sprechen von einem einfach aufgemachten Taschenbuch. Der Titel ist, wie Ihr sehen könnt, mehr als hübsch; aber weitere Bilder gibt es nicht.

Das Buch ist eine Mischung: es macht nicht nur den Magen zufrieden mit seinen schönen Rezepten, sondern auch Hirn und Seele mit seinen Geschichten und Weisheiten. Nach einer kurzen, sehr persönlichen Einleitung (was schreibe ich überhaupt, das ganze Buch ist sehr persönlich) folgen 8 Kapitel, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen. Da gibt es “Achtsamkeit entwickeln”, “Herausfinden, wie es geht”, “Der Kampf ums Gelingen und das Verspeisen der Ergebnisse”, “Genießen Sie Ihr Essen” – und noch einiges andere.

Ich nehme mal ein Kapitel als Beispiel heraus. Das dritte Kapitel heißt “Das Positive sehen”. Es gibt Unterkapitel, in denen sind auch die Rezepte untergebracht. In den Unterkapiteln geht es in diesem Fall um einen ruhigen Geist, um Radieschen, darum, dass Kochen (und Leben) oft ein Kampf ist und um Nahrung für die Seele. Klingt nach schwerer Kost? Nein, gar nicht. Die Texte sind ein Genuss. Der erhobene Zeigefinger darf draußen bleiben; statt dessen ziehen Humor und Selbstironie ein. Die Texte behandeln alles Mögliche und ziehen Parallelen zwischen dem Kochen und dem Leben im Allgemeinen: es gibt Geschichten aus dem Leben im Zen-Center, Küchentipps, Schilderung von Wutanfällen des Autors (es ist wirklich übel, wenn sich ein Ei oder eine Packung Käse gegen Dich verschwören) und Einsichten, die mir bei jedem neuen Lesen nicht nur ein heftiges Kopfnicken, sondern auch ein fröhliches Grinsen entlocken.

Ach so, die – vegetarischen – Rezepte sind auch ein Genuss. Von Brot und Keksen über Hauptgerichte, Suppe und Nachtisch ist alles dabei. Keine Frage, dass die Rezepte funktionieren – da war jemand achtsam beim Verfassen ;-) . Die Gerichte sind relativ einfach und bestehen aus Zutaten, die man überall bekommt. Aus diesen Zutaten wird dann geschickt das Beste herausgeholt. Es ist ein Buch, dass ich auch wegen der Rezepte immer wieder aus dem Regal ziehe. Im Beispiel-Kapitel gibt es Chili-Crêpes mit Ziegenkäsefüllung auf schwarzen Bohnen, Wintersalat mit Walnüssen und gegrillte Paprika, außerdem nette Dinge mit Radieschen wie zum Beispiel Radieschensalat mit Sprossen und Orangen; es gibt eines meiner Lieblings-Notfallessen, nämlich Quesadillas mit gebackenem Gemüse, ein Basisrezept für weißen Reis und Tofu mit Pilzen, Möhren und Spinat. Die ebenso einfachen wie wunderbaren blättrigen Kekse habt Ihr ja schon kennengelernt. Und demnächst gibt es noch ein ganz besonderes Rezept für Lasagne.

Ich liebe dieses Buch – nicht nur für die Rezepte, sondern auch für die lebensklugen, humorvollen Texte. Ich finde es faszinierend, wie Ed Brown so selbstverständlich von einem begrenzten Lebensbereich – der Küche – den Bogen in unser Leben an sich schlägt.

Übrigens bin ich nicht der einzige Ed-Brown-Fan auf diesem Erdenrund. Dories Dörrie ist auch einer. Sie hat einen Film gemacht über ihn. “How to cook your life” heißt er – und, Ihr könnt es Euch denken  - er ist absolut sehenswert.

Wer nun neugierig geworden ist – das Buch gibt es direkt beim dtv-Verlag.

Lukhmi

lukhmi

Dieser Snack ist aus Resten entstanden. In der Tiefkühle tauchte ein Päckchen Lammhack auf, im Gemüsefach lungerten einige rote Spitzpaprika herum. Mir war nach etwas Indischem. Es esse unglaublich gerne indisch – und viel zu selten. Die dicke Bibel der indischen Küche* spuckte Lukhmi aus, kleine, rechteckige mit Lammhack gefüllte Teigtaschen. Perfekt! Dazu schwebte mir ein Chutney vor, denn Teigtaschen ohne etwas zu Tunken sind ja nur der halbe Spaß. Paprika-Chutney, sagte Herrn Pant. Passt.

Besser kann ein Reste-Essen fast nicht ausfallen: die fein würzig gefüllten, blättrigen Lukhmi zusammen mit den sauerscharfen Chutney sind eine Wucht. Eine schöne Idee als Snack, als Vorspeise oder als Fingerfood im Rahmen eines Buffets.

Die Lukhmi werden fritiert. Früher hätte ich sie wohl in der Pfanne gebraten oder im Wok in wenig Öl fritiert. Inzwischen habe ich aufgerüstet und bin stolze Besitzerin einer Friteuse, noch dazu einer, die mit etwas weniger Öl auskommt als herkömmliche Fritteusen – das Teil und ich, wir verstehen uns blendend ;-) .

Beim Paprika-Chutey habe ich ein wenig am Rezept gedreht. Im Original wird das Chutney, nachdem es ausgekühlt ist, noch mit jeder Menge Öl übergossen. Darauf habe ich verzichtet. Bei den Lukhmi hat mir ein halbes Rezept Füllung gereicht – mehr Fleisch war nicht da. Das Rezept unten hat die Mengen schon berücksichtigt.

Für das Chutney:

  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 getrockenete rote Chilies
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1/2 TL schwarze Senfsamen
  • 2 EL brauner Zucker
  • 125 ml Apfelessig
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 3 rote Spitzpaprika
  • Salz

Für die Lukhmi (ergibt etwa 35 Stück):

Für die Füllung:

  • 250 gr. Lammhack
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 cm frischer Ingwer
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 10 gr. Koriandergrün
  • 3 grüne Chilis
  • 1 EL Zitronensaft

Für den Teig:

  • 250 gr. Mehl
  • 4 EL Ghee oder Butterschmalz
  • 2 EL Joghurt

Zunächst das Chutney vorbereiten, das muß nämlich abkühlen.

Dafür den Knoblauch schälen und grob hacken. Zusammen mit Chilis, Kreuzkümmel, Senfsamen, braunem Zucker und Essig in einen Cutter geben und zu einer homogenen Masse verarbeiten.  Beiseite stellen.

Die Paprika längs aufschneiden, das Weiße und die Kerne herausholen, die Paprika in grobe Stücke schneiden.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Paprikastücke hineingeben und ca. 5 min unter Rühren anbraten. Die Gewürzmasse in die Pfanne gießen und alles nochmals 10 min köcheln lassen. Mit Salz abschmecken, in ein Schälchen füllen und zum Abkühlen beiseite stellen.

Für den Teig das Mehl in eine Schüssel geben, mit Salz würzen, Ghee oder Butterschmalz und Joghurt zufügen. Mit den Händen zu einem seidigen, geschmeidigen Teig verkneten, der nicht klebt. Dabei vorsichtig nach und nach etwas Wasser zugeben, bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Abdecken und 30 min ruhen lassen.

Für die Füllung der Lukhmi Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Das Hackfleisch zusammen mit Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Ingwer und Knoblauch in eine Pfanne geben. 80 ml Wasser angießen und alles zum Kochen bringen. Auf mittlerer Hitze köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist; dabei immer wieder das Fleisch mit einem Holzspatel zerdrücken, damit die Masse krümelig wird.

Koriandergrün und Chilis fein hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, Koriander und Chilis kurz anbraten. Mit Zitronensaft ablöschen, alles zum Fleisch geben und die Masse köcheln lassen, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Mit Salz abschmecken, beiseite stellen und abkühlen lassen.

Zum Formen der Lukhmi die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig in ca. 35 gleich große Kugeln formen. Eine Kugel nehmen, mit den Händen zu einem kleinen Rechteck ausziehen und etwas Füllung in die Mitte geben, zusammenklappen und die Nähte zusammendrücken. Überstehenden Teig mit einem scharfen Messer zurechtschneiden, so dass regelmäßige kleine Rechtecke entstehen. Wenn ich das Rezept richtig verstanden habe, bedeutet “Lukhmi” nämlich Rechteck. Mit den restlichen Teigkügelchen ebenso verfahren.

Zum Fritieren das Öl auf 180 °C erhitzen. Die Lukhmi portionsweise in ca. 5 min goldbraun ausbacken. Heiß mit den Chutney servieren.

Lemon Squash

lemon squash

Das ist das erste Mal, dass ich einen Post wegen des Wetters vor mir her geschoben habe. Es ist nämlich so: Bei Zorra im Kochtopf richtet Simone von der S-Küche gerade das 100ste Blogevent aus: Zisch! Erfrisch mich! (100! Wahnsinn,  oder?). Es ist ja am Titel unschwer zu erkennen: Es geht um Dinge, die bei der größten Sommerhitze erfrischen. Naja, im Augenblick kommt ja genügend Erfrischung von oben, da muss man sich innerlich fast eher wärmendes zuführen. Aber es hilft nix, die Zeit rennt  - und der Regen ist ja auch schon viel wärmer geworden. Hier kommt sie also, meine ultimative Sommererfrischung.

Und dass, obwohl ich eigentlich keine Süß-Trinkerin bin. Tee trinke ich hauptsächlich, von Morgens bis abends…Schwarz, Oolong, Grün und immer ohne Zucker. Saft, Limo und Konsorten? Das ist für die anderen.

Aber bei allergrößter Sommerhitze gibt es eine Sache, die in meinem Glas landet: nämlich dieser zitronige Sirup, aufgespritzt mit Mineralwasser. Es ist ein paar Jahre her, dass ich ihn zum ersten Mal hergestellt habe – und seither bin ich ihm verfallen. Nicht immer, aber wenn es heiß wird, dann muss auf jeden Fall dieser Sirup her. Etwas Erfrischenderes gibt es nicht.

Ja, ok. Es ist Zitronensirup. Besonders ist er trotzdem. Denn dank der Zitronenzesten und des verwendeten Zitronen-Kochwassers bekommt die Sache eine klitzekleine Bitternote, einen besonderen Kick.

Bitte sehr, hier kommt sie, die ultimative Erfrischung:

Für ca. 3 Flaschen zu  500 ml:

  • 7-10 Zitronen, Bio
  • 650 gr. Zucker

Die Zitronen unter heißem Wasser abbürsten, dann trocknen. Von 4 Zitronen mit einem Zestenreißer oder Sparschäler die Schale abreissen.

Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Zitronen hineingeben und 1 Minute im heißem Wasser lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausheben. Vom Wasser 500 ml aufheben; die  brauchen wir  noch.

Die Zitronen auspressen; insgesamt brauchen wir 500 ml Zitronensaft.

Zitronenschale, 500 ml Kochwasser und den Zucker in einen großen Topf geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Den Zitronensaft zugeben und alles bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen.

Vom Feuer nehmen, durch ein feines Sieb gießen und dann in sterilisierte Flaschen füllen. (Ich sterilisiere Flaschen und Gläser immer, indem ich sie in den Ofen stelle und den auf 110°C einstelle. Wenn der Sirup gekocht ist, sind die Behälter dann auch keimfrei :-) )

Zum Servieren mischt man einen Teil Sirup mit 4 Teilen Wasser. Gerüchten zufolge soll das ganze mit Tonic Water und Angostura Bitter auch als alkoholfreier Cocktail schmecken :-) .

Rezept aus: River Cottage Handbook Preserves*

Tajine mit neuen Kartoffeln, Salzzitrone und Oliven

kartoffeltajine

Es ist Freitag – Tierfreitag. Dazu gibt es eine feine, würzige Tajine. WIe das immer so ist, mir ist erst beim Kochen aufgefallen, dass das Gericht vegan ist.

Es ist ein einfacher, aber sehr aromatischer in der Tajine gekochter Eintopf nach einem Rezept von Virginie Besançon*. Ob das Ganze nun original marokkanisch ist  - ich weiß es nicht. Der Geschmack jedenfalls ist wunderbar: mit Salzzitrone kriegt man mich sowieso immer, und die neuen Kartoffeln harmonieren damit auf das Beste.

Am Rezept habe ich ein wenig geschraubt: Original kommen zwei Salzzitronen rein, diese werden geviertelt und mitgekocht. Ich habe mich mit einer Zitrone begnügt und die Schale verwendet; die kann man dann mitessen. Auf ein eingesalzenes Zitronenviertel würde ich eher nicht beißen wollen. Außerdem habe ich die Kartoffeln kürzer vorgegart und sie dafür länger in dem würzigen Sud garkochen lassen, damit sie mehr Geschmck annehmen.

Natürlich kann man das Rezept auch ohne Tajine nachbasteln :-)

Für 4 Personen:

  • 1 kg neue Kartoffeln
  • Salz
  • Olivenöl
  • 2 weiße Zwiebeln
  • 2 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Zimt
  • 2 TL Koriandersaat
  • 4 cm frischer Ingwer
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Rohrohrzucker (Rapadura)
  • 1 eingelegte Zitrone
  • 1 Prise Safranfäden
  • 24 schwarze Oliven (ich hatte Kalamata)
  • 1 Bund Koriander

Tajine vor Beginn 30 min wässern; ich wässere auch den Deckel. Ob das nötig ist? ich weiß es nicht…aber sicher ist sicher ;-) .

Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Ingwer schälen und fein reiben. Knoblauch schälen und in feine Scheibchen schneiden. Safranfäden in ca. 300 ml warmen Wasser einweichen. Die Salzzitronen zerteilen, das Fruchtfleisch herauskratzen und die Schale in feine Würfel schneiden. Korianderblättchen abzupfen und fein hacken.

Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich abschrubben, dann je nach Größe vierteln oder halbieren. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen; die Kartoffeln darin 5 min vorgaren. Dann abgießen und zur Seite stellen.

Wasser aus der Tajine gießen, Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Olivenöl hineingeben, darin die Zwiebeln glasig andünsten. Danach alle trockenen Gewürze, Ingwer, Knoblauch und Zucker geben und alles salzen. Die Mischung 5 min anschmoren.

Kartoffeln und Salzzitronen zugeben, das Safranwasser angießen. Deckel auflegen und die Dampfsperre mit Wasser füllen. Alles zum Kochen bringen und dann bei milder Hitze ca. 15 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.

Oliven und Korianderblättchen unterheben. Eintopf nochmals abschmecken, womöglich braucht er noch etwas Zucker oder Salz.