Semmellänge

semmellänge

Bei meinen Eltern im Ort gibt es einen Bäcker, der noch auf die traditionelle Art und Weise backt. Dafür hat er sich einen Holzbackofen in den Garten bauen lassen. Komischerweise backt er kein gutes Brot. Aber die Brötchen, Brezen und das andere Kleingebäck, das ist einfach herrlich.

Ich mag ja am liebsten die Bierkipferl. Meine Kinder aber sind der “Schleiß” verfallen. Warum die so heißt? Ich weiß es nicht. Im Grunde ist das eine Brötchenkette aus kleinen Weizenbrötchen. Weich und fluffig sind die Semmeln, und natürlich macht es Spaß, sich immer wieder eines von der Reihe abzubrechen.

Mit dem Nachbacken sah es lange schlecht aus. Bis ich eines Tages im Plötzblog ein Rezept dafür gefunden habe. Einmal ausprobiert – und immer wieder gebacken. Dank Mehlkochstück ist die Semmellänge so fluffig-wattig, wie sie sein soll und dank Vorteig schön aromatisch. Ich bin etwas vom Rezept abgewichen und habe Weizenmehl Type 812 verwendet; ich mag meine Semmeln gerne kräftig.

Die Semmellänge paßt wunderbar zum Frühstück. Deswegen bringe ich sie bei Stefanie vorbei, deren inpirierender Blog “Hefe und mehr” seinen 6. Geburtstag feiert. Herzlichen Glückwunsch – und Brötchen statt Blumen ;-) .

Vorteig

  • 100 g Weizenmehl 812 (Original 550)
  • 100 g Wasser
  • 0,1 g frische Hefe

Mehlkochstück (Water roux)

  • 25 g Weizenmehl 812 (Original 550)
  • 125 g Wasser

Hauptteig

  • Vorteig
  • Mehlkochstück
  • 340 g Weizenmehl 812
  • 25 g Roggenmehl, frisch gemahlen (Original: 1150)
  • 8 g frische Hefe
  • 50 g Milch
  • 25 g Wasser
  • 10 g Salz
  • 5 g Butter
  • 5 g Zucker

Für den Vorteig die Zutaten mischen und 20 h bei Raumtemperatur ruhen lassen.

Für das Mehlkochstück das Mehl mit einem Schneebesen in das Wasser rühren und unter ständigem Rühren auf erhitzen. Sobald die Masse zähflüssig wird, den Topf vom Herd nehmen und alles noch  2 min weiterrühren. Kochstück auskühlen lassen und dann mindestens 4 h im Kühlschrank ruhen lassen.

Für den Hauptteig alle Zutaten 5 min auf niedrigster Stufe und weitere 10 min auf mittlerer Stufe zu einem festen, aber geschmeidigen Teig kneten..

Teig 60 min ruhen lassen, dabei nach 30 min falten.

Dann den Teig in 16 gleiche Teile teilen und diese rundschleifen. Mit Schluß nach oben auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche 90 min ruhen lassen.

Backofen auf 230°C vorheizen.

Jeweils 4 Teiglinge mit Schluß nach unten eng aneinanderlegen. Mit heißem Wasser abstreichen, dann der Länge nach einschneiden.

Brötchen in 20 min goldbraun und knusprig backen. Dabei nach 5 min die Temperatur auf 200°C reduzieren. Schwaden nicht vergessen.

Eiertofu-Hackfleisch-Suppe

suppe mit eiertofu

Dieses Rezept aus “Thailand – Das Kochbuch“* hat es mir angetan. Das müsst Ihr probieren, und zwar selbst dann, wenn Ihr keinen Tofu mögt.

Zwei Komponenten machen die Suppe zu etwas Besonderem: zum Einen der Eiertofu. Für den wird Sojamilch mit Ei verquirlt und anschließend gedämpft. Das Ergebnis ist eine Masse, die so ähnlich aussieht wie Seidentofu. Das ganze schmeckt zart-würzig und hat eine sehr feine, seidige Konsistenz. Eine tolle Suppeneinlage.

Die zweite Komponente ist die Würzpaste, die den Fleischbällchen ihren besonderen Dreh verleiht: sie besteht aus Korianderwurzeln, Knoblauch und Pfeffer. Korianderwurzeln gibt es im Asia-Shop, denn dort wird das Koriandergrün oft mitsamt der Wurzel verkauft.

Für 3-4 Personen:

Für das Sam-Gler:

  • 15 gr. Korianderwurzeln
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner

Für den Eiertofu:

  • 300 ml Sojamilch
  • 1/4 TL Salz
  • 3 Eier

Für die Suppe:

  • 200 gr. Schweinehack
  • 1 1/2 TL Sam Gler
  • 3 EL Sojasauce
  • 475 ml Geflügelfond
  • 1 1/2 TL Salz
  • 2 Stangen Sellerie
  • 1 Bund Koriandergrün

Zunächst das Sam-Gler herstellen. Dafür die Korianderwurzeln in kleine Stücke schneiden. Knoblauch schälen und ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Dann alles im Cutter zu einer Paste verarbeiten. Wer er ganz authentisch machen möchte, kann auch alles im Mörser zerstoßen. Die fertige Paste hält sich, in ein sterilisiertes Glas gepackt, ca. 3 Wochen im Kühlschrank.

Für den Eiertofu Sojamilch und Salz in einer Schüssel verrühren. Dann die Eier zugeben und alles vorsichtig mit einer Gabel verschlagen. Dabei aufpassen, dass sich keine Bläschen bilden. Die Masse in ein flaches Gefäß füllen und dieses in einen Dämpfer stellen. Den Eiertofu bei ganz schwacher Hitze ca. 15 min dämpfen, bis er stockt. Das Gefäß herausnehmen, den Tofu etwas abkühlen lassen, dann in Würfel schneiden. Nicht benötigter Tofu hält sich 2-3 Wochen im Kühlschrank.

Für die Suppe die Selleriestangen putzen und fein hacken. Die Korianderblätter abzupfen und ebenfalls fein hacken.

Das Fleisch mit Sam Gler und 1 EL Sojasauce gründlich vermengen. Aus der Masse kleine Kugeln formen.

In einem Topf Fond zusammen mit 500 ml Wasser erhitzen. Die Fleischbällchen hineingeben und bei milder Hitze ca. 2-3 min köcheln lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Salz, restliche Sojasauce, Sellerie und Eiertofu zugeben. Die Suppe nochmals 2 min köcheln lassen.

Zum Servieren in Schalen schöpfen und mit Koriandergrün bestreuen.

Rezension: Thailand – Das Kochbuch I Jean-Pierre Gabriel

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Thai-Küche war bisher eher ein weißer Fleck auf meiner Küchen-Landkarte. Nicht, weil ich sie nicht mögen würde. Ich habe mich einfach nicht so recht herangetraut. Ändern wollte ich das schon lange – und so kam dieser dicke Wälzer zur Thai-Küche gerade recht.

Die Entstehungsgeschichte des Buches ist faszinierend: Jean-Pierre Gabriel, ein Fotograf und Food-Autor, hat dafür 3 1/2 Jahre lang Thailand bereist. In jeder Region hat er die für sie typischen Rezepte zusammengetragen. Er war dazu nicht etwa in Restaurant, sondern er hat sich in den Haushalten der Menschen umgesehen. Die Rezepte sind folglich authentisch – gekocht wird wie in thailändischen Haushalten. Auf diese Art hat er 500 Rezepte gesammelt. Anschließend wurde die Gerichte von ihm und seinem Team nachgekocht und fotografiert.

Herausgekommen ist dabei zunächst einmal ein Buch, das sehr schön anzusehen ist: außen erfreut der grüne Leineneinband mit Golddruck, innen die herrlichen, großformatigen Fotos; sowohl den gekochten Gerichten, als auch von Landschaften, Menschen und Lebensmitteln. Wer allerdings zu jedem Gericht ein Foto sehen möchte, der wird nicht fündig. Das gibt es nicht – allerdings wäre das bei 500 Gerichten auch sehr viel verlangt. Das Layout ist übersichtlich: die Seiten sind zweispaltig; so passen in der Regel zwei Rezepte auf eine Seite. Was mich etwas stört, sind die Rezept-Überschriften. Die sind auf Deutsch und Thai. Die Thai-Schrift sieht hübsch aus und ist farblich abgesetzt, aber leider gibt es keine Umschrift. Wenn man also, so wie ich, kein Thai lesen kann, dann wird es einem schwer gemacht, Rezepte zu finden, die man unter dem Original-Namen kennt.

Das Buch startet mit einer Einführung: wir erfahren Grundlegendes über Thailands Provinzen, deren Essgewohnheiten und typische Gerichte. Ein weiteres Kapitel widmet sich der eindrucksvollen Entstehungsgeschichte des Buches. Schließlich gibt es noch praktische Informationen zu Aromaprinzipien, Garmethoden, Küchenausstattung und Tischsitten.

Der Rezeptteil startet mit Grundrezepten für Pasten und Saucen, gefolgt von Snacks und Getränken, sowie Salaten. Dann geht es weiter mit Suppen, mit Currys, mit Gegrilltem, Gedämpftem und Fritiertierten. Pfannengerührtes gibt es, Reis und und Nudeln und natürlich Nachtisch. Das Buch steht in der Tradition von Büchern wie dem Silberlöffel, von Pushpesh Pants India und von Vefa Alexiadou – folglich wird der Rezeptteil abgeschlossen mit Rezepten von Gastköchen, die im (englischsprachigen) Ausland thailändisch kochen.

Jean-Pierre Gabel hat 500 Rezepte zusammengetragen – mein Testkochen hat folglich nur an der Oberfläche des Buches gekratzt. Da gibt es noch viel zu tun. Ein wenig Schwierigkeiten hat das Buch mir bereitet, denn die authentischen Rezepte nehmen logischerweise keine Rücksicht darauf, ob wir in Europa die Zutaten herbeischaffen können. Streetfoodklassiker wie geröstete Grillen oder Gerichte mit Roten Ameisen werden nicht ausgespart. Flügelbohnen oder Bittergurke und anderes führt der gut sortierte Asia-Shop, aber bei Bananenblüten, Blüten des Limonenholzbaumes, stinkender Mango oder getrocknetem Tintenfisch und ähnlichem wird es wieder interessant. Es gibt auch recht viele fermentierte Zutaten – teilweise kann man die selbst machen, wenn man sich traut.

Die Rezepte sind gut formuliert und funktionieren. An das Küchenequipment werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Ein Wok wäre nützlich. Der Mörser hat seinen Großeinsatz. Der Autor legt großen Wert darauf, dass alle Gewürzpasten mit dem Mörser zubereitet werden, weil das den Geschmack maßgeblich verbessert. Sogar die Sojabohnen für die Sojamilch werden mit dem Mörser zerkleinert……ganz ehrlich…..ich habe die Abkürzung mittels Mixer gewählt. Ein wenig schade ist, dass der Rezeptteil wirklich eine bloße Sammlung von Rezepten ist – hier und da hätten ein paar Anmerkungen und Geschichten sicher nicht geschadet.

suppe mit eiertofuAngefangen habe ich mit einer Suppe, nämlich der mit Hackbällchen und Eiertofu. Der Eiertofu war mir komplett neu: dafür wird Sojamilch mit Eiern verquirlt. Das ganze stockt im Wasserbad. Heraus kommt  dabei eine Masse, die tatsächlich aussieht wie Seidentofu. Sie ist geschmeidig und schmeckt mild, ist aber relativ stabil. In die Suppe kamen ausserdem Hackbällchen, die mit einer vorher gemörserten Paste aus Korianderwurzeln, Knoblauch und Pfeffer gewürzt werden. Die Suppe war toll – würzige Klösschen und milder Tofu, herrlich in Geschmack und Konsistenz.

gurkensalatEndgültig davon überzeugt, dass es eine gute Idee ist, sich endlich mit der Thai-Küche zu befassen, hat mich der Gurkensalat. In dem Moment, als ich das Dressing aus Chili, Tomate, Fischsauce, Knoblauch, Limette und Rohrzucker probierte. Die Ausgewogenheit der Aromen ist einfach beeindruckend.

scharfes schweinefleischIch dachte immer, ich esse gern scharf. Aber als ich das Rezept für die Currypaste las, die zum scharfen, pfannengerührten Schweinefleisch gehört, da kamen mir doch Zweifel: 25 gr. getrocknete und 50 gr. frische Chilis für 500 gr. Fleisch? Bestimmt sollen da die Kerne raus, oder? Im Rezept stand nichts von Kerne raus, also habe ich sie drin gelassen. Das Ergebnis war durchaus überraschend – höllenscharf war das Fleisch, ja. Aber nicht unangenehm…..Ich fand die Schärfe aufmunternd und passend zu den anderen Aromen. Mein Mann übrigens weniger, der griff nach einigen Bissen zum Milchglas und hielt sich lieber an den Reis.

tofu mit dipAm Dipp für die fritierten Tofuecken gab es nichts auszusetzen: süß, salzig, sauer, scharf – Aromenpolka, sehr schön. Wenn bloß der Tofu nicht gewesen wäre…womöglich lag das an meiner Tofu-Sorte. Ich gebe zu, er war von der Naturkostkette, die mit A anfängt…es gibt besseres. Aber trotzdem, dass es sich beim Fritieren in ein Stück Ytong verwandelt, das hatte ich nicht vorausgesehen. Da half auch der Dipp nicht.

pomelo-salatNochmal Salat – diesmal von der Pomelo. Hierfür werden Pomelo-Filets mit gerösteten Kokosflocken und Erdnüssen vermischt und mit Fischsauce gewürzt. Der Clou sind die getrockneten Garnelen – die steuern richtig Aroma bei. Fix gemacht und sehr fein.

gefülltes rotiDie gefüllten Roti brachten mich kurz ins Grübeln….angesichts des klebrigen, weichen Teiges kamen leichte Zweifel auf, ob ich an diesem Abend etwas zu Essen auf den Tisch stellen würde. Nun, es gab etwas. Der Teig wird auf der eingeölten Arbeitsfläche zu dünnen Fladen ausgezogen, das hat bestens funktioniert. Die Füllung besteht aus mild gewürzem Hühnchen-Hack –  ein netter Snack.

gurken-relishZu den Roti (oder heißt es Rotis?) wird ein Gurkenrelish serviert. Das besteht aus einer kleinen Gurke, Chili und Schalotten, die mit einem Sirup aus Weißweinessig, Salz und Zucker übergossen werden. Da war sie wieder, die perfekt ausbalancierte Aromakomposition aus salzig, sauer, süß und scharf. Das Relish passt sicherlich nicht nur zu diesen Roti.

massaman-curryDas klassische Massaman-Curry dauert ein wenig; denn das Rindfleisch wird lange geschmort. Das Fleisch wird erst in Kokosmilch gekocht. Währenddessen kann man die Gewürzpaste zubereiten und anbraten, in der danach alles weitergegart wird. Lorbeer, Kardamom, Zimt Kartoffeln und Süßkartoffeln sind auch noch von der Partie. Das Ergebnis ist die Wartezeit wert: zartes Rindfleisch in einer aromatischen, süß-scharfen sämigen Sauce.

Mein Fazit? Ein umfangreiches, schön aufgemachtes Werk zur Thai-Küche. Wer sich ernsthaft für diese Küche interessiert, ist mit dem Buch gut bedient. Ich finde es gut, dass das Buch mit authentischen Rezepten aufwartet. Auch wenn bei man einigen Rezepten aufgrund der Zutaten passen muss – es bleibt mehr als genug zum Probieren übrig.

Muhallebi – Milchpudding mit Mastix und Rosensirup

muhallebi

Es gibt ein neues Gewürz in meiner Küche – Mastix. Mastix ist das Harz des Pistazienbaumes. Meist kennt man es eher aus der Medizin oder aus der Lebensmitteltechnik – es wirkt antibakteriell und ist ein Antioxidans. Man packt es gerne in Zahnpasta oder Kaugummi. Früher wurde Retsina damit geharzt – aber da Mastix relativ kostspielig ist, nimmt man dafür heute meist das billigere Kiefernharz.

Ich bin neulich im griechischen Laden auf die Harztropfen gestoßen und habe welche eingepackt. Das Aroma gefällt mir so gut, dass ich inzwischen schon Nachschub besorgt habe.

So, heute ist das Mastix in einen Pudding gewandert: der ist eigentlich recht einfach….es ist ein mit Stärke abgebundener Milchpudding. Zum Essen wird er noch in Rosensirup gebadet. Der Pudding ist einfach zu machen, er muss nur einige Zeit kühl gestellt werden – am besten also am Vortag zubereiten. Und mit dem Mastix wäre ich für den Anfang ein wenig vorsichtiger – mit 5 gr. Mastix schmeckt der Pudding schon recht harzig, ich würde erst mal die Hälfte nehmen und mich dann langsam rantasten. Wer kein Mastix findet oder den Geschmack nicht mag, kann den Pudding auch mit Kardamom aromatisieren.

Das Rezept übrigen stammt von Andi Harris* – eine Rezension des Buches folgt. Bald.

Der Pudding geht an Sibel. Sibel bloggt unter “Insane in the Kitchen” und feiert ihren ersten Geburtstag. Ich finde, bei Sibel muss man reinschauen, den es gibt nicht nur tolle Rezepte – nein, sie würzt auch mit Humor. Jedenfalls wünscht sie sich etwas Orientalisches zum Geburtstag – und da passt der Pudding.  Ich hoffe, es schmeckt Dir, Sibel. Happy Birthday :-) !

Für 4 Portionen:

  • 3 – 5 gr. Mastix
  • 400 ml Milch
  • 23 gr. Speisestärke
  • 50 gr. Zucker

Sirup:

  • 100 gr. Zucker
  • 100 ml Wasser
  • 50 ml Rosensirup
  • 1 EL getrocknete Rosenblütenblätter
  • Öl für die Förmchen

Erst kommt der Pudding dran: Dafür die Stärke mit ca. 50 ml Milch anrühren. Das Mastix-Harz im Mörser zu Pulver zerstoßen. 4 Pudding-Förmchen mit Öl auspinseln.

Die restliche Milch mit dem Zucker in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Die Stärkemischung mit dem Schneebesen einrühren, die Hitze reduzieren und alles unter Rühren ca. 5 min köcheln lassen, bis die MIschung eindickt. Dann die Masse gleichmäßig auf die Förmchen verteilen, abkühlen lassen und dann bis zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Das dauert mindestens 6 Stunden.

Da hat man genügend Zeit, den Rosensirup herzustellen. Dafür den Zucker mit 100 ml Wasser in einen Topf geben und alles zum Kochen bringen. Dann das Rosenwasser zugeben, alles kurz köcheln lassen, bis es ein wenig andickt und schließlich die Rosenblüten zufügen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Wenn es ans Servieren geht, den Pudding aus den Förmchen auf kleine Teller stürzen (ich habe Förmchen, bei denen im Boden ein kleines Deckelchen ist, da geht das leicht. Sonst die Förmchen ganz kurz in heißes Wasser tauchen) und mit etwas Sirup übergießen. Wer mag, dekoriert mit zusatzlichen Rosenblüten.

Apérozungen mit Schweizer Raclette-Käse

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Im Nachgang zu Zorras tollem Käse-Event landete ein neues Kochbuch in meinem Briefkasten. Darin geht es um…Käse, Schweizer Käse genaugenommen. Ich bin ja bekennender Käse-Junkie, und beim Blättern im Buch sind mir wirklich die Augen übergegangen. Käse, wohin man schaut, herrlich :-)

Spontan angeprungen haben mich diese Teigfladen mit Raclette-Käse. Die kann man zum Apéritif reichen, einfach so zwischendurch essen oder zusammen mit einem Salat als Vorspeise servieren. Und sie sind einfach mal eine andere Verwendung für den Raclette-Käse, der jetzt wieder überall zu bekommen ist.

Ich habe das Rezept ein wenig variiert. Im Original kommen noch Salami und Sardellen drauf, die habe ich unterschlagen. Dafür habe ich aber mit Schabziger-Klee gewürzt….immerhin sind wir ja in der Schweiz, also rezeptemäßig.

Für 12 Zungen:

Teig:

  • 200 gr. Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 1/2 TL Salz
  • 5 gr. frische Hefe
  • 125 ml Wasser
  • 1 EL Öl (ich: Rapsöl)

Belag:

  • 2 Zehen Knoblauch
  • ca. 150 gr. Raclette-Käse
  • 150 gr. Cherry-Tomaten
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Schabzigerklee, gemahlen

Zuerst den Teig herstellen: dafür das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben. Hefe im Wasser auflösen, zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten; dabei das Öl gegen Ende der Knetzeit zugeben. Teig zugedeckt auf doppelte Größe aufgehen lassen.

Inzwischen für den Belag die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Die Kirschtomaten waschen und halbieren. Den Käse in Streifen schneiden.

Ofen auf 220°C vorheizen.

Den Teig in 12 Stücke schneiden. Auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, es sollen längliche Zungen entstehen. Die Zutaten auf dem Belag verteilen, alles mit Salz, Pfeffer und etwas Schabzigerklee würzen.

Teigfladen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im heißen Ofen ca. 10 min backen. Gleich servieren.

Pasta e lenticchie

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Hier kommt mein ultimatives Lieblingsgericht für traurige Schmuddelwettertage: Linsensuppe mit Nudeln. Es ist alles drin, was fröhlich stimmt….Kohlehydrate nämlich in Form von Pasta, und Linsen, Linsen mag ich sowieso immer. Ein wenig Tomate hat es noch, als Remineszenz an dem Sommer und ein Hauch Chili, um die Lebensgeister weiter zu wecken.

Die Herstellung macht auch Spaß…..winzig kleine Nüdelchen zu schnippeln, das beruhigt die Nerven. Also, meine jedenfalls.Wer sich die Schnippelarbeit sparen möchte, der kann frische Tagliatelle kaufen und zu kleinen Quadraten schneiden oder getrocknete Tagliatelle in Stückchen brechen.

Das Rezept ist, wie könnte es anders sein, aus “Italien vegetarisch“*. Es gehört zu diesen Rezepten, die mit wenig Zutaten auskommen und aus diesen etwas ganz Besonderes machen. Die wenigen Zutaten sind ein weiterer Seelenfutter-Vorteil – denn das Einkaufen kann man sein lassen, die Suppe geht auch aus dem Vorrat.

Die Suppe schicke ich zu  Sabine. Die sucht nämlich auch dieses Jahr wieder Seelenfutter, das einem über den Winter hilft.

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Das Rezept ist für 3-4 Personen. Ich habe das Originalrezept halbiert – und für uns hat das gut gereicht.

Für die Pasta:

  • 200 gr. Weizenmehl Type 405
  • 2 Eier
  • Salz
  • Mehl zum Arbeiten

Für die Suppe:

  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Peperoncino
  • 1 Stange Sellerie
  • 100 gr. Linsen (Claudio nimmt braune Berglinsen, ich hatte Alb-Leisla)
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 EL Passata
  • Salz
  • Pfeffer aus Mühle

Zuerst die Pasta vorbereiten. Dazu das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, eine Mulde hineinmachen. Die Eier in die Mulde geben und mit einer Gabel verschlagen. Mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, dabei wenn nötig etwas Wasser zugeben. In Frischhaltefolie wickeln und 30 min ruhen lassen.

Den Teig portionsweise ca. 1 mm dünn ausrollen. Claudio macht das von Hand, ich habe die Nudelmaschine genommen. Den Teig dann in Streifen schneiden – ich habe wieder die Maschine genommen und den Tagliatelle-Aufsatz verwendet. Anschließend die Streifen in kleine Quadrate schneiden; das Ziel sind 5×5 mm. Quadrettini auf ein Küchentuch legen und mit Mehl bestäuben, damit sie nicht zusammenkleben. Mit einem Tuch abdecken.

Für die Suppe den Knoblauch schälen fein hacken. Peperoncino waschen, trocknen und in feine Ringe schneiden. Sellerie waschen, Fäden ziehen und die Stangen in grobe Stücke schneiden. Linsen abbrausen und abtropfen lassen.

Öl in einem Topf erhitzen und bei milder Hitze mit Peperoncino, Sellerie und Knoblauch aromatisieren. Der Knoblauch soll keine Farbe annehmen.

Linsen und Tomaten mit in den Topf geben. Kaltes Wasser angießen, es soll de Linsen mehr als doppelt hoch mit Wasser bedecken. Die Linsen in ca. 20-30 min bissfest kochen. Erst am Ende der Garzeit mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Pasta in reichlich Salzwasser bissfest kochen. Beim Abgießen das Kochwasser auffangen. Quadrettini zu den Linsen geben und so viel Kochwasser zugießen, bis man eine schöne Suppe mit Einlage hat.